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 Betreff des Beitrags: Testbericht AE6890
BeitragVerfasst: 23. Februar 2010, 21:18 
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Dies ist der in CBMArkt Ausgabe Nr. 1 (März 2009) erstmals veröffentlichte Testbericht des Albrecht AE6890.

Im Sommer 2007 tauchten im Internet erste Fotos eines CB-Funkgerätes mit abgesetzt montierbarer Bedieneinheit auf. Der koreanische Hersteller Kamscom präsentierte mit dem WIDE NEO das erste bekannte CB-Gerät mit diesem im Amateurfunk längst gängigen Feature - und in Deutschland wurde sofort der Ruf danach laut. Es sollte über ein Jahr dauern, bis endlich Alan Electronics das auf dem WIDE NEO basierende Albrecht AE 6890 für den europäischen Markt vorstellte. Seit Ende November 2008 steht es bei den Funkfachhändlern in den Regalen.

Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des AE 6890 ist das abnehmbare Bedienteil, das mittels eines ca. zwei Meter langen Kabels nahezu beliebig abseits des Funkteils im Fahrzeug platziert werden kann. Sollte die Kabellänge ncht ausreichen, bietet Alan eine ca. 2,5 Meter messende Verlängerung an, wobei zu bedenken ist dass das Mikrofon am Funkteil angeschlossen wird. Ein wenig überraschend ist die Verwendung von relativ groß wirkenden D-Sub-Steckern, wie sie aus der Computertechnik bekannt sind. Erfreulicherweise purzelt ein kleines, modernes Handmikrofon mit besonders langem Kabel aus dem Karton, zumindest in der Standardausrüstung sollte dessen Kabellänge genügen. Für die Befestigung des Bedienteils liegt eine kleine, schwenkbare Halterung bei, die mit Schrauben oder Klebepad im Fahrzeug angebracht werden kann. Befestigt ist das Bedienteil mit zwei Schrauben, die es im auch an der Basiseinheit fixieren. Als Diebstahlschutz ist die Funktion also nicht gedacht.

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Alle Bedienelemente finden sich auf dem Bedienteil, dessen Fläche zu gut der Hälfte vom Multifunktionsdisplay eingenommen wird. Für jede Funktion des Gerätes gibt es eine Anzeige, erfreulich ist die RX-TX-Anzeige mit der klassischen Umschalt-LED, was eine viel deutlichere Signalwirkung erzielt als ein "TX" im Display. Außer den kleinen Knöpfchen links und rechts um den Displayrand herum sind alle Bedienelemente beleuchtet und auch in der Dunkelheit gut ablesbar. Es sind gerade einmal zwei Drehregler zu finden, die restliche Bedienung erfolgt über Tipptasten. Die Displaybeleuchtung ist blau invers, was durchaus trendig wirkt, aber nicht unbedingt den Geschmack aller potentiellen Kunden trifft. Die Ausleuchtung ist nicht ganz gleichmäßig, aber insgesamt gut ablesbar. Auffällig sind die Balken, die den Einstellgrad von Lautstärke und Squelch signalisieren. Diese sind erforderlich, weil nämlich beide Funktionen über denselben - linken - Drehregler, der sanft rastet, bedient werden. Standard ist die Lautstärkeverstellung, ein kurzer Druck aktiviert die Squelcheinstellung. Nach getanem Werk springt das Gerät einige Sekunden später automatisch - oder auf nochmaligen Druck - wieder auf Lautstärke zurück. Diese Art der Bedienung ist ungewöhnlich und erfordert eine gewisse Eingewöhnung, man adaptiert sie jedoch erstaunlich schnell.

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Die Ausstattung des Geräts ist sehr umfangreich. Die folgende Aufzählung verdeutlicht die Möglichkeiten, die das AE 6890 bietet:

[list=]fünf Bandnormen für den Einsatz in nahezu ganz Europa
Klangfilter für die Audiowiedergabe hell - dunkel
zweistufig schaltbare Mikrofonverstärkung
Local-DX Eingangsabschwächer
drei Kanalspeicher frei programmierbar
ein Prioritätskanal frei programmierbar
Scan-Funktion
Zweikanalüberwachung
Kanal-9 Direktwahl
Roger Beep
Auto-Squelch
wahlweise Kanal- oder Frequenzanzeige
Up-Down-Kanalwahl am Mikrofon
Tastenquittungston schaltbar
Displaybeleuchtung zweistufig dimmbar[/list]

Zu guter Letzt hat sich Alan nicht lumpen lassen und dem AE 6890 auch noch das CTCSS-Verfahren mit 48 Codes gegönnt. Somit beginnt sich CTCSS tatsächlich im 11m-Funk zu verbreiten, neben Alan/Albrecht bieten auch Geräte von Team und Intek das Verfahren an.
Die Rückseite ist aus Druckguss mit integrierten Kühlrippen, was wir wegen der dadurch deutlich besseren Wärmeableitung als beispielhaft empfinden. An Anschlüssen stehen neben der UHF-SO239-Buchse Klinkenbuchsen für externen Lautsprecher (3,5 mm) und S-Meter (2,5 mm) zur Verfügung. Wie schon beim AE 6690 ist das eigentliche Funkteil sehr kompakt, was den Einbau im modernen Auto durchaus vereinfacht.

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Das AE 6890 in der Praxis

Nach dem Einschalten ertönt der - wohl unvermeidliche - Einschalt-Quittungston. Betätigt man zugleich die "MHZ"-Taste, gelangt man in den Einstellmodus für das Funkband. Der leicht rastende rechte Drehregler wählt die Ländernorm, "MHZ" bestätigt. Nun kann rechts der Kanal gewählt werden. Hierzu können auch die Wahltasten am leichten, handlichen Mikrofon verwendet werden, wobei man tunlichst nicht zu intensiv in die Tastenbeleuchtung schauen sollte: man könnte geblitzdingst werden... Die verwendete LED ist superhell und eignet sich tatsächlich bei völliger Dunkelheit als Taschenlampe. Im nächtlichen Fahrbetrieb halten wir das für nicht praxisgerecht, denn das hell leuchtende Mikrofon beeinträchtigt das Auge signifikant, daher schlagen wir für zukünftige Serien die Verwendung einer deutlich schwächeren LED vor.
Die grundsätzliche Bedienung gestaltet sich trotz Knöpfchenvielfalt und der Doppelbelegung des linken Drehreglers nicht komplizierter als bei einfacheren CB-Geräten. Der Autosquelch erfüllt seine Aufgabe recht ordentlich, wobei er mit dem zur Zeit sehr niedrigen Störpegel im 11m-Band auch nicht allzu überfordert ist. Grundlegende Funktionen wie AM/FM-Umschaltung, Klangblende (TON) oder Empfängerabschwächung (LOC) sind einfach zu erreichen. Das Originalmikrofon klingt bei nicht aktiviertem Mikrofonverstärker sehr leise, mit Verstärker ist eine gute Verständlichkeit gewährleistet. Auffällig ist die Zeitverzögerung beim Senden: Nach Betätigen der PTT dauert es ca. eine halbe Sekunde - eine gefühlte Ewigkeit - bis das AE6890 auf Sendung geht. Laut Hersteller ist dies bedingt durch Kommunikationswege zwischen den Prozessoren von Funkteil und Bedienteil. Wir glauben, das geht schneller - zumindest erweist sich die Verzögerung für den erfahrenen Funker als sehr gewöhnungsbedürftig.
Das Klangfilter hilft, die Lesbarkeit verrauschter Signale zu verbessern. Die diversen Speicherfunktionen sind praxisgerecht ausgeführt, der Kanalscanner arbeitet - wie oft üblich - recht gemütlich. Der Roger-Piep erweist sich einmal mehr als Spielerei ohne echten Nutzwert, dafür ist er zu sanft und leise - und in AM bzw. FM nicht wirklich erforderlich. Der Lautsprecher liefert ein ordentliches Klangbild mit ausreichend Volumen. Die Tastenquittungstöne lassen sich zum Glück mit der Taste "BP" abstellen. Und sollte das Gerät einmal die Zusammenarbeit verweigern, kann mit einem Reset der Lieferzustand wiederhergestellt werden.

Das S-Meter ist leider ohne Beschriftung und erinnert in seiner Ausführung an Pegelanzeigen bei modernen Autoradios, da es von einem Mittelpunkt gleichzeitig in zwei Richtungen ausschlägt. Aussagen zur Signalstärke lassen sich damit nur sehr grob durchführen. Wer es genauer mag, dem sei die Anschlussmöglichkeit eines externen Instruments an der entsprechenden Klinkenbuchse auf der Geräterückseite empfohlen.

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Von Interesse ist natürlich die Möglichkeit, das Bedienteil abgesetzt vom Funkgerät zu montieren. Dazu muss zunächst die Bedieneinheit, die mittels zweier Schrauben befestigt ist, abmontiert werden. Mit denselben Schrauben befestigt man es dann in der beiliegenden Halterung, die wiederum mit Schrauben oder Klebeband - wird alles mitgeliefert - am Armaturenbrett, Mitteltunnel oder anderer präferierter Stelle im Fahrzeug angebracht wird. Das Verbindungskabel ist recht dünn und flexibel, die Befestigung erfolgt mittels der D-Sub-Stecker; dabei bitte am Display die kleinen Distanzbolzen nicht vergessen.
Die Lösung überzeugt, auch wenn man sich je nach Einbausituation am Bedienteil einen kleineren Steckverbinder wünschen würde. In aller Regel wird ja das Funkteil in Reichweite des Fahrers montiert, so reicht auch die Länge des Mikrofonkabels in den meisten Fällen aus. Wer unbedingt das Funkteil im Kofferraum verstauen möchte, wird sich ein Mikrofonverlängerungskabel besorgen oder herstellen müssen, für die Displayverbindung bietet Alan ein ca. 2,5 Meter langes Verlängerungskabel an. (Und es dürfte ebenso möglich sein, ein solches Kabel aus der Computertechnik zu verwenden.)

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Die Verarbeitung des Gerätes gibt wie bei allen anderen Exemplaren der HD-Serie Anlass zur Freude. Das AE6980 wirkt hochwertig und besticht durch einen sauberen Innenaufbau. Ein wenig Bedenken haben wir bezüglich der im Auto hohen Temperaturschwankungen: das Bedienteil auf dem Armaturenbrett muss im Sommer Temperaturen von über 60° Celsius standhalten. Ein Belastungstest im Sommer 2009 wird zeigen, ob das Gerät auch diese Strapaze wegsteckt.

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Unser Fazit: das AE6890 ist eine echte Bereicherung des CB-Gerätemarkts und punktet in erster Linie mit dem abnehmbaren Display. Doch auch die allgemeine Funktionalität gefällt, Modulation und Bedienung sind ordentlich und die Ausstattung umfangreich. Verfeinerungen sind beim Handmikrofon und der Sendeverzögerung vorstellbar. Zu einem Verkaufspreis knapp unterhalb 200.- Euro darf das sauber verarbeitete Gerät als faires Angebot gelten.

Plus und Minus

+ Montagemöglichkeiten
+ Ausstattungsumfang
+ einfache Bedienung
+ technische und haptische Verarbeitung
+ ansprechende Gestaltung
+ stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis

- recht lange Verzögerung bei der Sende-Umschaltung
- viel zu grelle Mikrofonbeleuchtung
- Steckverbinder am Bedienteil etwas groß ausgefallen

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"You're not married or have a girlfriend and you've never watched Star Trek?"
"No."
"Good lord."
Patrick Stewart


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